Pathogenese des Neuroblastoms aus Stammzellen der Neuralleiste

Es wird vermutet, dass sympathische Neuralleistenstammzellen die Ursprungszellen des Neuroblastoms sind. Der Beweis dafür konnte bisher jedoch nicht geführt werden. Obwohl viel über die Tumorbiologie des Neuroblastoms bekannt ist, fehlen Erkenntnisse über die frühen bzw. initialen Ereignisse der Neuroblastom-Tumorgenese.

Um die methodischen Grundlagen für eine Untersuchung der frühen Ereignisse der Neuroblastom-Tumorgenese zu schaffen und die rasche funktionelle Analyse der beteiligten Gene zu ermöglichen, verwenden wir eine murine Neuralleistenstammzelllinie, JoMa1, welche mittels eines konditionalen Transgens etabliert wurde. In einem Pilotexperiment konnten wir bereits zeigen, dass eine Transfektion von JoMa1 Zellen mit NMYC diese transformiert und sich nach Re-Transplantation Neuroblastome aus diesen Zellen entwickeln. In Zukunft werden wir (1) die Wirkung mutmaßlich an der Neuroblastom-Tumorgenese beteiligter Gene auf JoMa1 Zellen in vitro untersuchen, (2) klären, unter welchen Bedingungen sich JoMa1 zu neuroblastischen Tumorzellen in vivo transformieren lassen und (3) mit diesen transformierten JoMa1 Zellen ein syngenes Mausmodell für weiterführende Untersuchungen zu spontaner Regression und Differenzierung etablieren.

Von der Durchführung dieser Untersuchungen versprechen wir uns ein verbessertes Verständnis der frühen Pathogenese des Neuroblastoms, sowie die Etablierung eines Systems zur raschen funktionellen Analyse zentraler Onkogene und Tumorsuppressorgene und somit zur Identifikation von Zielgenen einer gerichteten Therapie des Neuroblastoms. In einem Vergleich mit anderen Modellen zur Tumorpathogenese aus physiologischen Stammzellen, z.B. Medulloblastom und / oder Leukämien, möchten wir außerdem übergeordnete Aspekte der malignen Transformation physiologischer Stammzellen definieren.

Ansprechpartner: Sven Lindner (sven.lindner@ruhr-uni-bochum.de)